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Dioress: First Sketches Reflection Lettering

Dioress: First Sketches Reflection Lettering

Miss Dior · Study (Detail)

Miss Dior · Study (Detail)

 

 

  

Design Details

 

One of the in a most particular way drawn letters of this font was the ‘g’. I didn’t change a lot from the first spontaneous sketches as it seemed to me they include some of the font’s innated secrets. Some of its details as the angular lower center connection point in the inner bowl strongly remind Centaur or even Mardersteig’s masterpiece Dante. If I ever had ideal models in mind for this most decisive latin letter then those will never let me.

Reflection also experiments a lot with winding complete Bézier curve parts which means that maximum points are intended not be defined by grid parallel control handles. In the ‘g’ left part of the upper bowl is kept in a regular parallel points style while its right counter’s handles were inclined to mirror the upcoming stroke axis that connects the two letter parts.

 

 

  

Revised Letters

[only German language]

 

‘Re’: ‘e’ Before Review

Re’: ‘e’ Before Review

‘e’: Rotation Curve Segment

e’: Rotation Curve Segment

‘Re’: ‘e’ Final Result

Re’: ‘e’ Final Result

‘e’: Detail

e’: Detail

Eine starke Nachbearbeitung erschien mir insbesondere nötig beim kleinen ‘e’ der Reflection. Der ursprüngliche Effekt des völligen nach unten Wegbrechens der Letterform, deren quasi „Auflösung“ war beabsichtigt in der ursprünglichen Studie dieser Schrift, zu der mich (wie bereits an anderer Stelle erwähnt) eine Fotoserie des amerikanischen Modefotografen Steven Meisel namens ‘Reflections’ inspiriert hatte. Jetzt aber hatte ich die Idee eines Parfum-Schriftzuges vage im Hinterkopf, der ein konkreteres Letternbild erfordern würde. Wie ich es bei anderen Lettern des Alphabetes jener Schrift unternommen hatte galt es zunächst einmal die krassen Überschneidungen der Bézierkurven, die in extremer Art und Weise einen Federzug imitierten, zu beseitigen, also an den Schnittstellen ein wenig „Fleisch“ hinzuzufügen, ohne dass dabei die Dynamik des Buchstabens zu sehr leiden sollte. Kein leichtes Unterfangen, wie sich herausstellen sollte. Zunächst einmal addierte ich (nach einigen unbefriedigenden einfacheren Fehlversuchen) Punkte zu den Kurven vor und nach den genauen Schnittpunkten und verband diese auf beiden Seiten der Kurve (also Innen- und Aussenkurve trennend) wieder von neuem. Was bei einigen Lettern ganz gut funktionierte, war beim ‘e’ dessen untere Kurve sich zu einem quasi mathematischen Punkt zuspitzte fast unmöglich. Ohne es zu bemerken schuf ich skurrile, sich stark zurück nach oben wendende Fußkurven, deren dünnen und dicker werdende Stellen aber einfach nicht dem Konstrukt eines gedachten Federzuges gerecht werden konnten. (Wenig Rolle sollte dabei überhaupt die Tatsache spielen, dass auch dieser „Pseudo“-Federzug sich tatsächlich an keinem direkten historischen Vorbild orientierte und dies auch nicht zwingend sollte) Die entstehenden Gesamtletterformen waren jedenfalls sehr unbefriedigend, ohne dass es mir gelang den Fehler genauer zu analysieren. Ich beschloss doch wieder einige Studien historischer Vorbilder zu unternehmen, deren Abweichung in der Konstruktion des Letter deutlich waren. Dabei zog ich die ‘e’s der frühen Renaissance-Antiqua vor oder betrachtete sogar die Nachschnitte aus der Zeit Morris’s. Doch zurück zum Original „Reflection“-‘e’:

Es gab sozusagen zwei Überschneidungspunkte in der Fußkurve, von denen ich aber nur einen tatsächlich berücksichtigt hatte. Einmal den ersten auf Höhe der Mitte etwa (wenn man die untere Kurve also getrennt betrachtet) und dann aber auch den zweiten, nämlich den exakten Endpunkt in dem ich im ursprünglichen Design die beiden Kurventeile zusammenlaufen ließ. Als ich aber das „Fleisch“ anfügte, verschwand der zweite aber, ich verbreitere ihn zu einem dickeren Endstrich, der sich zudem, wie schon am Anfang gesagt, zusätzlich noch nach oben schwang. Damit hatte ich zum einen den guten Pfad einer frühen Renaissancetype völlig verlassen, zum anderen noch eine gesamte Rundung des Letter hervorgehoben, die ihm die Stabilität raubten, es „rollte“ wie man früher sagte. Ich versuchte also wieder zwei Überschneidungs-, oder zumindest Annäherungsstellen anzudeuten um die die Kurve, selbst wenn sie nur zu einem dünnen Strich auslaufen sollte (was natürlich nicht einem Renaissance-‘e’ entspricht, es sollte aber auch keines werden, sondern sich durchaus einen experimentelleren, wenn man so will: „modischen“ Charakter erhalten) wieder dynamischer und in sich selbst lebendiger werden zu lassen, damit sie dem lebhaften und auch bewusst starken Kopf des Letter etwas „entgegenzuhalten“ hatte. Ein erste wichtige Beobachtung dazu war, dass es bei den historischen Schriften am ‘e’ deutlich oben nach dem Wechselpunkt im Kopfbereich fast auf dem Gipfel der Aussenform einen scharfen Wendepunkt gab, der aber auch einen exakten Konterfei auf der Unterseite der Aussenkurve, ganz unten also, hatte. E voilà, die Andeutung desselben in meinem ersten geänderten Letter war eine wichtige Verbesserung! Kopfzerbrechen bereitete mir danach die Zusammenführung im Schlusspunkt, die ich aber dann kurzerhand abschaffte und durch einen kleinen Federabschlussschwung ersetzte (die leichte Verdickung am Ende) Dieser deutete an, dass es kurz vor dem Ende in der feinen Linie noch einen zweiten Umschwung gab, und ich ließ diesen für das Auge damit leichter zu erkennen.

Die starke Verdünnung der Kurve in der Mitte gab ich ganz auf, zugunsten einer gleichmäßigeren Dicke (in der Tat hier „Dünne“) des Striches, der aber lebendiger gestaltet wurde und sich zu „bewegen“ begann. Anschließend verdünnte ich das gesamte Letternbild etwas (auch den mächtigen Querbalken) ohne aber die Dominanz des oberen Letternparts zu opfern.

Immer wieder trieb ich dabei auch die Punkte, die zur Anschlussstelle des Balkens im linken Letternbauch gehörten, und den gegenüberliegenden Extrempunkt aussen etwas weiter nach links heraus, um den Buchstaben noch weiter zu öffnen und seine Renaissance-artige Klarheit noch weiter herauszuarbeiten. Wenn der Letter vor her in einem kreisförmigen Rund sozusagen eingeschmiegt war, so verlagerte sich jetzt der Kreis in die Gesamtform hinein. Es entsteht dabei aussen links fast etwas wie eine kleine Beule, die aber die Gesamtform des Letter stärker schließen lässt und die die Spannung der gedachten inneren Kreisform stark erhöht: wie eine Art „Spange“ zieht sie sich um den Weißraum des Buchstabens, der zentral vom Querbalken wuchtig durchkreuzt, aber dadurch nicht aufgelöst oder geschwächt wird.

Die finale Form des Buchstabens schien mir fast erreicht. Hier und da modifizierte ich noch ein wenig die Teilkurven: Insbesondere innen kurz vor dem Balkenbeginn verschob ich die Tangente noch ein wenig nach innen oben um die leichte Anschwellung des Bogens bereits vor dem Beginnen des Querbalkens (nun von unten aus gedacht) etwas schneller zu machen, und ihn dabei zum Beispiel dem schönen, gut gelungen Bogen des großen ‘R’s ähnlicher in der Anmutung zu machen, wo diese Anschwellung im Kopf des Letters recht schnell und deutlich geschieht, was dem Charakter insgesamt mehr Ruhe und Eleganz verleiht. Man erkennt nun schon schön einiges der Lebendigkeit des neuen ‘e’s wenn man das Letternbild um 90 Grad nach links dreht. [Bild: „Re_gedreht+normal“]

Am Schluss dann entschied ich mich für eine Art zweigeteilte Form, bei der ich den vollen Bogen auf der linken Seite kurz in einer Art Gerade verweilen ließ, bevor ich unten auslaufen ließ. Ich hatte mir dieses Detail an den Schriften der Frührenaissance abgeschaut, die fast einer gothischen Form des ‘e’s gleichkamen. So erst fanden die lebendigeren Formen in der oberen Kurve links und dem zwei mal „geknickten“ Abschlussschwung unten rechts eine Begründung, die mir den Letter schlüssiger erschienen ließen. Am Übergang zum Balken ließ ich eine Art „Steg“ stehen, wie man es bei alten Schriften, die aus dem Stempelschnitt hervorgingen, findet. (So dass es fast wirkt, als ob der Querbalken an seinem Ansatz den Bogen etwas „zu sich zöge“, quasi „ansauge“ [un ‘risucchiare’].) Die Form wirkt harmonischer und weicher, weniger geometrisch, ohne dabei ihre Schlüssigkeit aus dem Federprinzip zu verlieren, im Gegenteil! Die leichten Unstimmigkeiten der Bezierkurven beließ ich bewusst. Ich war schließlich zufrieden mit meinem Buchstaben!

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