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u9: «Warmth» of Stems

u9: «Warmth» of Stems

 

 

 

Details & Process

[German language]

 

‘I27A’ · Vision Letters

I27A’ · Vision Letters

‘B9’ · Working on ‘9’

B9’ · Working on ‘9

Das Betrachten der Lettern auf dem Kopf ist natürlich ein extrem harter Test. Mit verblüffender Klarheit erkennt man die Unstimmigkeiten in der Federführung – also die verborgenen Fehler in Ablauf und Dynamik des Buchstabens. Hier als Beispiel ‘s’ und ‘a’ der Vision. Mit einem Schlag hat das kleine ‘s’, obgleich es sicher noch nicht perfekt ist, wie es sein könnte, offenbart welcher Schwung in ihm liegt. Ein Zeichen, dass der Buchstabe viel Vitalität enthält. Es ist dabei meines Erachtens nicht wichtig, dass die dünnen Stellen dieselbe Stärke aufweisen. Im Gegenteil, auch das ist ein subtiles Stilmittel, um der Schrift im Endeffekt Lebendigkeit und Ausdruck mitzugeben. Schön nur, wenn die geheimnisvolle Anwesenheit einer gedachten Federführung diese Stilmittel unterstützt und sie nicht einfach so aus dem Raum gegriffen sind. Die hier am entstandene Asymmetrie ist für mich sehr befriedigend. Leider fehlt dem ‘a’ in weiten Teilen noch diese Ausdruckskraft, obwohl der Letter vielleicht im ersten Moment ganz hübsch anzusehen ist. Aber die  sehr schwierige Bauchschlinge verrät mir, dass noch ein gutes Stück Arbeit vor mir liegt! Dabei möchte ich nicht, dass sie (trotz ihres Details am Anschluss) wie ein barockes Schmückstück aussieht, deren Aussenrand (zu) schön gerundet ist. Ein Teil wie zum Beispiel – hier auf dem Kopf stehend – das Kurvenstück oben links darf ruhig etwas von einer ruhenden Kreisform erhalten (vergleiche das Teilstück – immer vom Kopf stehenden Diagramm ausgehend – des ‘s’ unten links), bei dieser Schrift aber wünsche ich mir, dass die anderen Segmente diese Ruhe stören, ruhig dabei eine kleine Irritation hervorrufen, so dass Spannung und etwas Interessantes entsteht. Die feine Stelle zum Anschluss des Bauches an den Stamm hin könnte also noch etwas graziler sein, um einen Gegenpol zu der bewußt sehr ausgeprägten Dicke an seiner stärksten Stelle zu schaffen. Ganz mit Absicht sollen dabei Lettern wie das ‘y’ nicht über einen solchen Strichkontrast verfügen, eben wie zu dem selben Zweck, um der Schrift im Gesamtbild Dynamik und Bewegung zu verschaffen. Nicht alle Buchstaben müssen meiner Ansicht nach zwangsläufig die gleiche Verteilung der Strichstärken aufweisen, obwohl dies natürlich genauso möglich ist.

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